News · 10.12.2020

UNSER RECHT GEHÖRT ZU WERDEN

Mit diesem kurzen Schreiben nehmen sich die PSG - PREMIUM SPORTS GROUP AG sich das Recht, gehört zu werden.

Dieses Schreiben wird von uns unterstützt!

Express und Einschreiben:

Frau
Bundespräsidentin
Simonetta Sommaruga
Bundeshaus Nord
3003 Bern

St. Gallen, 10. Dezember 2020


Unser Recht, gehört zu werden.


Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin

In der Tat, Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen im Bundesrat sind nicht zu beneiden in diesem Jahr. In diesem Sinne versetzen wir Unternehmer uns auch immer gerne in jene Personen, die Entscheide zu fällen haben.

Wir – das sind 29 Familienunternehmen im Sporteinzelhandel in der Schweiz. Wir haben vor 8 Jahren eine gemeinsame Firma gegründet, die heute über 60 Sportläden umfasst und unter anderem auch unsere gemeinsamen Interessen bündelt. Was uns gegenüber reinen Lobbyisten unterscheidet, ist der Umstand, dass wir tagtäglich in unseren Regionen auch Verantwortung wahrnehmen, Abwägungen zu treffen haben, Einordnungen machen müssen. Wir wähnen uns diesbezüglich mit Ihnen auf Augenhöhe, anerkennen aber natürlich die Dimensionen Ihres Amtes und vergleichen uns nicht mit dessen Auswirkungen.

Mit diesem kurzen Schreiben nehmen wir uns das Recht, gehört zu werden. Diese wenigen Worte sind unsere Möglichkeit, zu demonstrieren. Unserem Denken Ausdruck zu verleihen und deutlich zu sagen, dass wir mit den aktuellen und sich abzeichnenden Entscheiden in Bern nicht einverstanden sind. Schön, dass Sie uns dieses Recht nicht aberkennen können, auch nicht per Notrecht. Gut, dass Sie uns zuhören.

In den letzten Wochen gehen die Fallzahlen insgesamt nicht in die Richtung, die Sie sich und Ihre Experten vorgestellt haben. Das ist zu akzeptieren. Die Verantwortung liegt nicht bei Ihnen, sondern bei uns Bürgern, Unternehmern, Menschen. Verwechseln Sie bitte nicht Ihre Rolle mit der tagtäglichen Aufgabe jedes Einzelnen von uns, selbst für die Konsequenzen einzustehen und eigenverantwortlich zu leben. Hier besteht möglicherweise eine verzerrte Wahrnehmung seitens Exponenten der involvierten Bundesämter zu mündigen Bürgern.

Wir bitten Sie, die derzeitigen Schutzkonzepte in Läden anzuerkennen. Diese funktionieren mehrheitlich ausgezeichnet. Wir bitten Sie, von Schliessungen jeglicher Art abzusehen. Das kostet Arbeitsplätze und bildet den Nährboden sozialer Unruhen und Ängste. Wir bitten Sie, von der seit Wochen operativen Hektik in eine ausgewogene und besonnene Kontaktbeschränkungs-Strategie einzumünden. Alle notwendigen Massnahmen tragen wir gerne mit, nicht aber die sich abzeichnenden, überreaktiven und möglicherweise vom Ausland eingeforderten Beschlüsse mit riesiger wirtschaftlicher Konsequenz.

Wir sind 29 Unternehmerfamilien und stehen für weitere Zehntausende von KMU's. Wir raten zu Besonnenheit, durchaus gepaart mit einer Portion Strenge, aber bitte in dieser Kombination. Wir lehnen jede Form von radikalen Beschränkungen ab, wie wir sie im Frühjahr erlebt haben. Die sind nicht mehr von Nöten, zumal eine gute Aussicht auf Impferfolg in den kommenden Wochen und Monaten in der Luft liegt. Zudem wäre endlich einmal anzuerkennen, dass Nonfood-Läden nicht gleich zu behandeln sind wie Food-Läden. Bestrafen Sie bitte nicht jene Ladenkonzepte, die fast nie Überfrequenzen haben.

Liebe Frau Bundespräsidentin. Wir haben Respekt vor Ihren Aufgaben – aber bitte haben auch Sie Respekt vor unseren familiengeführten Strukturen.  Wir lieben den Sport und insbesondere den Schneesport, wir alle leben davon und sind Teil eines einzigartigen, gesunden Systems. Corona hat mit Freizeitaktivitäten – und insbesondere mit der Ausübung von Sportarten – sehr wenig zu tun. Deshalb bitten wir Sie um Entscheide mit grösster Besonnenheit. Der Schneesport und der Sport generell sind - verglichen mit vielen anderen Aktivitäten - nicht das Problem.

Unsere 600 Mitarbeitenden, denen es zurzeit nicht gut geht, weil sie Angst haben, Ihre Arbeit zu verlieren, danken Ihnen, dass Sie ihnen und auch uns zugehört haben.


"Du kannst die Wellen nicht anhalten, 
aber du kannst lernen, auf ihnen zu reiten."

(Joseph Goldstein)

PSG Premium Sports Group AG

Stephan Ruggle, Verwaltungsratspräsident


 

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